Allgemein

Windelmüll – ein grosses Problem dem zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Warum?

Dass wir einen enormen Verbrauch an Plastik haben und Unmengen Müll produzieren, ist fast jedem von uns klar und auch, dass wir etwas dagegen tun müssen. Wir diskutieren über die Vermeidung von Plastik im Alltag – Plastiktüten, Obst und Gemüse in Plastik, die Zahnbürste aus Plastik, Pflegeprodukte welche in Plastikbehältnissen verpackt sind, usw. Dass wir jedoch mit der Verwendung von Einwegwindeln einen enormen Plastikverbrauch haben, welcher am Ende dann auch noch im Müll landet, darüber scheint kaum jemand nachzudenken. Warum eigentlich? Windelmüll ist eines unserer Hauptprobleme, macht er doch mittlerweile etwa 10% unseres gesamten Müllaufkommens aus. Einwegwindeln mit ihrem Superabsorber brennen nur schwer, was teilweise dazu führt, dass zur Verbrennung noch zusätzlich die Ölbrenner angeworfen werden müssen. Zudem verbrennen sie nicht rückstandslos. Es bleiben, neben anderen Rückständen, giftige Feinstäube, welche präpariert und in speziellen Säcken Endgelagert werden müssen. Aus den Augen, aus dem Sinn? Da ist er aber doch trotzdem noch, der giftige Müll Untertage, und wie sich dieser in Zukunft verhalten wird, weiss niemand.

Deswegen ist es doch umso erstaunlicher, dass in diesem Bereich nicht dazu aufgerufen wird, auf eine umweltfreundlichere Alternative zurückzugreifen. Ein Wickelkind braucht täglich durchschnittlich 4 – 6 Windeln, welche meist aus verschiedenen Plastikarten bestehen, ein Neugeborenes sogar 8 – 12. Das sind bis zum Ende der Wickelzeit mindestens 5000 Windeln, also etwa 1 Tonne Müll, der relativ einfach vermeidbar wäre. Warum nur, spielt dieser Aspekt in der Müllreduzierung und Plastikvermeidung weder in der Politik noch in der Gesellschaft bislang eine nennenswerte Rolle?

Vielen Familien ist der Zusammenhang sicherlich nicht klar, weil sie sich schlicht und einfach noch gar nie ernsthaft Gedanken darüber gemacht haben. Diese Informationen werden bislang auch fast ausschliesslich von kleinen Interessengruppen weiter gegeben und haben somit auch einen verhältnismässig kleinen Radius. Die Lobby der grossen Einwegwindel-Hersteller und deren Einfluss auf Politik und Gesellschaft ist natürlich nach wie vor riesig, aber das lassen wir an dieser Stelle einmal als gegeben stehen und nehmen uns selber in die Pflicht, in eine bessere Richtung zu denken und zu handeln. Richtig?

Also, jeder von uns, der darüber Bescheid weiss, kann handeln. Und dieses Handeln besteht auch darin, solche wichtigen Gedanken mit anderen zu teilen und die Informationen weiterzugeben!

0